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Buchbesprechung: Mein Wohnwagen und ich

Buch

Rex heißt er, der Wohnwagen. Rex war, so schreibt die Autorin Bruni Praske, unverhofft in ihr Leben getreten. Er stamme aus Henstedt-Uelzburg, das die Buchschreiberin irgendwo im unbekannten Osten der Stadt Hamburg vermutet. Immerhin, Rex gilt als Ausgleich für eine verlorene Liebe und begleitet Bruni Praske fast zwei Jahre lang an den Ufern der Elbe.

Was sich so auf 271 Seiten liest, ist ein mehr oder mehr-minder heiteres Geplänkel um den Wohnwagen, die Besitzerin Bruni Praske und (fast) sämtliche Platzbewohner und Gäste. Praske steht im Wahn: ‚putzen, wegschmeißen, schönermachen!‘ Dazwischen dann mal ein paar Anmerkungen zu den verlassenen Frauen dieser Welt. ‚Kauft euch einen alten Wohnwagen und möbelt ihn auf! Dann scheren euch auch keine Gerüchte um eine Neue an seiner Seite.‘ Das ganze dann kursiv gedruckt.

Was sich am Anfang ganz amüsant liest, pladdert später so dahin. Das Buch ist ein freundliches Geplänkel am Elbestrand mit möglichen und unmöglichen Geschichten und Geschichtchen. Etwa die Story mit der (verhinderten) Umquerung der Inseln Neßsand und Schweinesand (Tag der Wahrheit, ab S. 91). Aber der Leser lernt flotte Worte wie Springtide und Gezeitenstrom… Und zieht gemeinsam mit der Autorin eine Lehre: ‚Ich lebe noch und habe heute eine Robbe gesehen. Alles wird gut.‘

Wohnwagen-Sozialisations-Geschichten sind Männersache, die Frauen kümmern sich derweil ums Vorzelt und die Küchenzeile. Was die Autorin als Ein-Frau-Bewohnerin nicht davon abhält, sich auch mal mit Werkzeugkisten und anderem auseinander zu setzen. Der Oberkontrolleur Horst Glamas (Herr über Drehstützen und Gasleitungen, ab S. 30) hilft ihr dabei. Und natürlich ein flotter Katalog eines namhaften Camping- und Caravancenters (S. 73). Schleichwerbung pur, nennt man sowas. Aber immerhin: Internet besitzt die Autorin, denn immerhin hat sie die ‚550 Seiten‘ des ohnehin vergriffenen Kataloges online entdeckt.

Tja, und wen die Autorin sonst noch so kennenlernt, zeigt sich nach dem ersten Winter. Da stehen sie alle beieinander, und fachsimpeln, dass sich die Bäume biegen. Quer- oder längsgestellt, das ist hier die Frage der Campingplatzbewohner. Und auch hier wieder flotte Schleichwerbung, denn wenn Frau Prasske nicht mal aushäusig für Weiblein gemusst hätte, wäre ihr der Anblick eines ordentlichen Touristendampfers (S. 156 / 157) sicherlich entgangen.

Aufmerksam gelesen, strotzt das Buch vor Schleichwerbung. Verschiedene Wohnwagen und Caravanmodelle werden locker in dem flotten Buch erwähnt. Naja, auch die Autorin muss wohl leben. Das Werk langweilt.

Zum Abschluss sei noch eins erwähnt: Die neue Liebe von Seite 268 bis Seite 271. Freddy heißt der Mensch… Nun denn.

Bruni Prasske
Mein Wohnwagen und ich
Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juni 2012)
ISBN-13: 978-3423347242

 

Fotoquelle: Thinkstock, 477613876, iStock, ChristianChan

 

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